Nach dem Tagebau ein Seenland


IBA Fürst-Pückler-Land 2000–2010

Diese Internationale Bauausstellung ist eine gewaltige Maßnahme zur Strukturentwicklung in der Lausitz — einer Landschaft im Süd-Osten Brandenburgs. Jahrzehntelang wurde sie vom Tagebau geprägt; geblieben sind mondleere Krater und zu viel Arbeitslosigkeit. Die Idee der IBA Fürst-Pückler-Land bestand in der Re-Kultivierung der Lausitz: hin zu einer Region, deren industriekulturelle Geschichte lesbar bleiben soll. Durch die Flutung der Tagebaue und der Vernetzung aller sich füllenden Seen entsteht bis 2015 Europas größtes Seenland.

Aus der brachliegenden Industriekultur geht eine Kulturlandschaft hervor. Neben unzähligen Veranstaltungen und Ausstellungen iniitierte die IBA von 2000 bis 2010 gut 30 publikumsanziehende Projekte: von der Begehbarmachung der Förderbrücke ›F60‹ bis hin zu ›schwimmender Architektur‹.



5 von 11 mobilen Aufstellern, auf denen die IBA ihre 30 Projekte und sich selbst vorstellt






Kooperation ab 2006

IBA Lausitz & Fachbereich Design (FH Potsdam)
Es wurde ein immenses Praxisprojekt: Ab 2006 durften am Fachbereich Design das Corporate Design, mehrere Ausstellungen, das Besucherzentrum Großräschen, eine Strandterrasse, Anlegestege, Sitzmöbel für die Landschaft, Bücher u.v.a.m. gestaltet werden.

Corporate Design

Weil sich die unzähligen Plakate, Flyer, Anzeigen, Magazine, Dokumentationen, Wegkarten, see-Handtücher und Weihnachtskarten ... nicht für die Rhythmen von Semesterkursen eigneten, wünschte sich unsere IBA eine Zusammenarbeit mit Constanze Vogt, die zu dieser Zeit noch Studentin am Fachbereich war.

Beratung, Planung und Betreuung: Prof. Matthias Beyrow
Gestaltung: Constanze Vogt

Entwicklung des ›see‹-Zeichens von Atelier Le Balto (um 2000)



Einladungsflyer zu ›Kulinarischen Reisen‹ auf den IBA-Terrassen im Themenjahr ›Europa‹ 2006
(Fotos der Gemüseflaggen: Stefan Berg)






Die Straße zum See ohne Wasser

Die ›IBA-Zentrale‹ liegt in Großräschens Seestraße. Sie endet am Ilsesee, der bis 2007 ein leerer Krater zwischen Ufer und dem Horizont war. 2007 begann die Flutung dieses ehemaligen Tagebaus; seither füllt sich die Wüste mit Wasserblau. Die Seestraße, welche gerade noch aussah wie das Ende der Welt, wird 2015 auf einen Yachthafen zuführen, dessen Seebrücke dann in Wasser sticht.

Jedes Jahr gestalteten wir für die Seestraße Plakate, auf denen die Besucher thematisch eingestimmt und von der IBA willkommen geheißen wurden.







2007
Themenjahr
›Energie‹


2008
Themenjahr ›Wasser‹


2010
›IBA-Finale‹









Weihnachtskarten


›Wasserjahr‹ 2007
Durch den ausgelaserten Baum fällt Licht auf einen glitzernden See



›Landjahr‹ 2008
Aus Vogelperspektive bricht sich das see-Zeichen in Wellen, die auch Höhenlinien sind





2009 knüpft sich ein ›see‹-Band um blaue Päckchen

2010 formt sich ›see‹ zu Winter- und Weihnachtssternen






Manual

Alle IBA-Veranstaltungen in den Jahren 2007-2009 waren thematisch bestimmt. So wurden 2007 alle IBA-Medien mit ›Energiestrahlen‹ markiert. Im Wasserjahr folgten ›Wellen‹, im Landjahr schlängelten sich ›Höhenlinien‹ auf den Titelseiten der IBA. Das Manual klärt u.a. die Proportionen dieser Themen-Layer und definiert den variablen Umgang mit dem see-Zeichen.









Projekte und Veranstaltungen 2010

(96 Seiten)












Katalog

10 Jahre IBA auf 300 Seiten
Weil sich bald niemand mehr vorstellen können wird, wie die Lausitz ohne ihre Seen ausgesehen hat, gab die IBA im 10. Jahr ihres Wirkens einen Katalog heraus: In diesem reich bebilderten Buch schildert sie ihr Anliegen von der ›Konzeption des Seenlands‹ bis zur ›Flutung der Tagebaue‹ und der ›Entwicklung aller 30 IBA-Projekte‹. Chronologie, Rückblick und Projektion in deutsch und englisch.

›Neue Landschaft Lausitz‹ im Jovis Verlag
Festeinband, 304 Seiten, deutsch/englisch
ISBN 978-3-86859-042-5
19,90 Euro









letzte Änderung: 25.11.2016 | anmelden